Gefunden werden, wenn die KI antwortet
Wer heute bei Google nach einer Webagentur in Vorarlberg sucht, bekommt oft zuerst eine Antwort und erst darunter die Liste der Websites. Die Übersicht mit KI fasst zusammen, nennt Anbieter und beschreibt deren Schwerpunkte. Dazu kommen ChatGPT, Gemini und Perplexity, die Fragen direkt beantworten und dafür selbst im Netz suchen. Für kleine und mittlere Unternehmen verändert das, wie Sichtbarkeit entsteht. Suchmaschinenoptimierung bleibt wichtig. Sie bekommt eine zweite Aufgabe dazu.
Was wir in unseren eigenen Daten sehen
Wir werten die Search Console unserer eigenen Website laufend aus. Drei Beobachtungen aus dem Sommer und Herbst 2026 zeigen, wie sich die Suche verschiebt.
Viele Impressionen, kaum Klicks
Bei „webdesign vorarlberg“ stand unsere Startseite im Juli und August auf Position 2. Google hat sie über 1.100 Mal angezeigt, angeklickt wurde sie kein einziges Mal. Ein Teil der Suchenden bekommt die Antwort, bevor er ein Ergebnis öffnet. Die Position allein sagt deshalb weniger über den Erfolg aus als früher.
Die KI nennt Anbieter beim Namen
Bei „onlineshop erstellen lassen vorarlberg“ führt die Übersicht mit KI MS WEBDESIGN als ersten Anbieter auf. Sie beschreibt dabei fast wörtlich, was auf unserer Seite zum Thema Onlineshop erstellen lassen steht, also Zahlungsarten, Versandkosten und steuerliche Anforderungen. In den klassischen Ergebnissen stand dieselbe Seite zu diesem Zeitpunkt auf Platz 3.
KI-Assistenten suchen selbst
Seit September tauchen in unserer Search Console lange Suchanfragen auf, die wie Anweisungen formuliert sind. Ein Beispiel endet mit „suche online nach Agenturen und nenne konkrete Namen“. Solche Anfragen stellt ein Assistent, der für seine Antwort Quellen sammelt. Wer bei diesen Suchen weit oben steht, landet mit höherer Wahrscheinlichkeit in der Antwort.
Wie KI-Suchen ihre Quellen auswählen
Genau offengelegt hat das kein Anbieter. Nach allem, was sich beobachten lässt, stützen sich die Übersicht mit KI und Assistenten mit Websuche auf Seiten, die sie bereits gut finden und verstehen. Eine Seite, die in den normalen Ergebnissen weit hinten steht, wird selten zitiert. Klassisches SEO bleibt damit die Voraussetzung.
Dazu kommt ein zweiter Punkt. Die Systeme übernehmen bevorzugt Aussagen, die sich sauber aus dem Text lösen lassen. Ein Absatz, der eine Frage im ersten Satz beantwortet, lässt sich zitieren. Ein Absatz mit allgemeinen Versprechen liefert der KI nichts, was sie weitergeben könnte.
Was eine Website für die KI-Suche braucht
Konkrete Angaben
Preise mit einer ungefähren Untergrenze, Dauer, Orte, eingesetzte Systeme und Referenzen mit Branche und Standort. Der Satz „Ein WooCommerce-Shop beginnt bei etwa 3.500 Euro“ kann eine KI weitergeben. Mit „faire Preise und persönliche Beratung“ kann sie nichts anfangen, weil das jeder schreibt.
Antworten auf echte Kundenfragen
Die Fragen, die im Erstgespräch immer wieder kommen, gehören auf die Website. Was kostet das, wie lange dauert es, kann ich danach selbst Inhalte ändern? Jede Antwort sollte im ersten Satz verständlich sein, auch ohne den Rest der Seite. Entscheidend ist der sichtbare Text. Strukturierte Daten können Suchmaschinen zusätzlich helfen, Frage und Antwort zuzuordnen.
Überall dieselben Unternehmensdaten
Name, Adresse, Telefonnummer, Gründungsjahr und Leistungen sollten auf der Website, im Google-Unternehmensprofil, in Branchenverzeichnissen und in sozialen Netzwerken übereinstimmen. Eine KI gleicht diese Quellen ab. Widersprüche schwächen das Vertrauen in alle Angaben. Bei uns stand in mehreren Verzeichnissen ein falsches Gründungsjahr, das wir nach und nach korrigiert haben.
Strukturierte Daten
Schema-Auszeichnungen für Organisation und Leistungen beschreiben in maschinenlesbarer Form, wer das Unternehmen ist, was es anbietet und wo es tätig ist. Google verlangt für die KI-Suche kein eigenes Markup, und eine Nennung in KI-Antworten garantieren sie nicht. Sie verringern aber das Risiko, dass ein Unternehmen verwechselt oder falsch eingeordnet wird. Bei WordPress lässt sich das mit einem SEO-Plugin wie Rank Math sauber einrichten und mit eigenen Ergänzungen erweitern.
Erwähnungen außerhalb der eigenen Website
Bewertungen im Google-Unternehmensprofil, Berichte in regionalen Medien und Einträge in Fachverzeichnissen bestätigen, was die Website behauptet. Für eine KI ist ein Unternehmen, über das auch andere schreiben, eine sicherere Empfehlung als eines, das nur über sich selbst spricht.
Eine saubere technische Grundlage
Schnelle Ladezeiten, eine gute Darstellung am Handy und eine klare Seitenstruktur helfen Google und KI-Crawlern gleichermaßen. In der robots.txt sollte geprüft werden, ob Crawler wie GPTBot, OAI-SearchBot oder PerplexityBot ausgesperrt sind, oft ohne dass es jemand bewusst entschieden hat. Eine llms.txt-Datei schadet nicht, einen nachweisbaren Effekt auf die großen Systeme sehen wir bisher aber nicht.
Wie sich die Wirkung messen lässt
Die Search Console zeigt, wie oft eine Seite angezeigt und wie oft sie angeklickt wird. Steigen die Impressionen, während die Klicks gleich bleiben, beantwortet die Suche einen Teil der Fragen bereits selbst. Im Webanalyse-Werkzeug lässt sich zusätzlich prüfen, wie viele Besuche von chatgpt.com, perplexity.ai oder gemini.google.com kommen.
Ergänzend stellen wir in regelmäßigen Abständen dieselben Testfragen an Google, ChatGPT und Gemini und halten fest, welche Anbieter genannt werden. Das ist keine exakte Messung. Über einige Monate zeigt es aber verlässlich, ob ein Unternehmen in den Antworten vorkommt. Und im Erstgespräch fragen wir nach, wie Kunden auf uns aufmerksam geworden sind.
Was wir kleinen und mittleren Unternehmen raten
Wir halten wenig davon, jetzt eigene Pakete für „KI-SEO“ zu kaufen und dabei die Grundlagen liegen zu lassen. Die Arbeit ist größtenteils dieselbe wie bisher, nur mit strengeren Maßstäben. Konkrete Inhalte und übereinstimmende Unternehmensdaten helfen bei Google und in der KI-Suche gleichermaßen.
Wer wissen möchte, wo die eigene Website steht, beginnt am besten mit einer Bestandsaufnahme. Wie wir dabei vorgehen, beschreiben wir auf unserer Seite zu SEO und KI-Sichtbarkeit. Wenn vor allem die Texte der Website schwach sind, hilft Content-Marketing mit Inhalten, die Fragen konkret beantworten. Und wer ohnehin über eine neue Website nachdenkt, kann die KI-Suche von Anfang an mitplanen, wenn er eine Website erstellen lassen möchte.